Projektarbeit

Freitag, 19.02.2010

Projekt zur Schiedsrichter-Nachwuchsförderung: Verantwortung für Blomberg

Schiedsrichter sind unerlässlich für den Sport – das gilt insbesondere auch im Handball! Ohne Schiedsrichter wäre der normale Spielbetrieb nicht möglich. Die Männer und Frauen an der Pfeife sorgen für Ordnung auf dem Spielfeld.
Von dem Job an der Pfeife profitieren aber nicht nur Spieler und Zuschauer, sondern auch die Schiedsrichter selbst. Denn eine Schiedsrichtertätigkeit bietet eine hervorragende Möglichkeit der Persönlichkeitsentwicklung – vor allem bei jungen Leuten. Die Jugendlichen lernen Verantwortung zu übernehmen und gewissenhafte Entscheidungen zu treffen. Sie erwerben soziale Kompetenzen sowie eine gesunde Durchsetzungsfähigkeit und Selbstsicherheit, durch die ihr Selbstwertgefühl gesteigert werden kann.
Leider wurde in der Vergangenheit in den meisten Handballvereinen der Wert der Schiedsrichtertätigkeit nicht ausreichend erkannt und honoriert, was dazu führte, dass es heute im Handballkreis Lippe einen erheblichen Mangel an Schiedsrichtern gibt und viele sehr früh wieder aufhören zu pfeifen.
Die Sportwissenschaftsstudenten Christian Dux und Marco Klassen der Universität Paderborn versuchen nun in Zusammenarbeit mit der HSG Blomberg Lippe durch das Projekt „Verantwortung für Blomberg“ die Potenziale der Schiedsrichtertätigkeit zu nutzen!

Derzeitige Situation

Zurzeit stellt die HSG sieben Schiedsrichter für die Spielleitung, es müssten allerdings sieben Schiedsrichter mehr sein, die für den Verein(aufgrund der Vielzahl an Mannschaften) vorgeschrieben sind. Für jeden dieser fehlenden Schiedsrichter muss ein Ersatzbetrag an den Kreis gezahlt werden.
Im Handballkreis Lippe fehlen insgesamt über 100 Schiedsrichter!
Aus Gesprächen mit aktiven Schiedsrichtern und aus eigener Erfahrung ist bekannt, dass die Situation für Personen, die sich bereit erklären Spiele zu pfeifen, alles andere als optimal ist. Jungschiedsrichter werden oft ins kalte Wasser geschmissen und erhalten wenig Betreuung und Unterstützung bei ihrer Schiedsrichtertätigkeit. Sie investieren viel Zeit und Mühe in ihr Hobby. Lohn dieses Engagements sind allerdings häufig beleidigende oder kritisierende Kommentare von Zuschauern, Spielern und Trainern. Das wollen wir ändern!

Ziele des Projekts

Mit dem Projekt „Verantwortung für Blomberg“ werden folgende Ziele verfolgt:
- Durch die Übernahme von Verantwortung sollen Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden. Sie sollen Eigeninitiative zeigen und Selbstsicherheit erwerben. Sozialkompetenz und Selbstvertrauen werden auf dem Spielfeld gefordert und gefördert. Davon profitieren Jugendliche nicht nur im Handball, sondern auch im wahren Leben.

- Der Fairplay-Gedanke ist ein wesentlicher Bestandteil im Sport. Dies sollte auch gegenüber dem Schiedsrichter gelten. Im Handball ist es mittlerweile allerdings zur Normalität geworden den Schiedsrichter während einem Spiel zu kritisieren und zu beschimpfen. Dies gilt für Spieler, Trainer und Zuschauer. Durch diese Atmosphäre in der Halle ist es kein Wunder, dass die Jugendlichen schnell die Lust am Pfeifen verlieren. Ein weiteres wichtiges Ziel des Projekts ist es daher über verschiedene Maßnahmen auf dieses Problem aufmerksam zu machen, die Situation in der Halle zu verbessern und den Fairplay-Gedanken gegenüber den Schiedsrichtern zu fördern.

- Der Bestand an Schiedsrichtern in der HSG soll erhöht werden. Mit dem Projekt wird versucht dem Mangel an Schiedsrichtern im Handballkreis Lippe ein kleines Stück entgegenzuwirken.


Der Weg zum offiziellen Schiedsrichter

Spieler und Spielerinnen ab 13 Jahre, werden zunächst in vereinsinternen Schulungen, in denen neben Regelkenntnissen, vor allem Körpersprache und sicheres Auftreten thematisiert werden, auf das Pfeifen von Spielen vorbereitet. Diese Schulungen sind für Dezember 2009 und Januar 2010 geplant. Anschließend sollen die Jugendlichen ab Januar vereinsintern angesetzte Spiele von der E- bis zur C-Jugend pfeifen, um hier erste Erfahrungen zu sammeln. Eventuell können auch ab Februar vereinsintern angesetzte Spiele anderer Vereine geleitet werden, um auch Erfahrungen in anderen Hallen zu sammeln. Sollte ein Teilnehmer in diesem Projekt sein Interesse am Pfeifen entdecken, ist er herzlich eingeladen im Sommer am offiziellen Schiedsrichterlehrgang teilzunehmen und ab der nächsten Serie offiziell angesetzte Spiele zu pfeifen.

Umsetzung

Für eine nachhaltige Schiedsrichter-Nachwuchsförderung ist das Projekt auf drei Säulen aufgebaut:

Anreize schaffen für Jugendliche
Schiedsrichter zu sein ist eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, bei der Jugendliche neben Spaß und Bewegung auch Anerkennung bei anderen Jugendlichen finden können. Zusätzlich sollen Interessierte eine finanzielle Aufwandsentschädigung für jedes gepfiffene Spiel und die darin investierte Zeit und Mühe erhalten, sowie eine kostenlose Schiedsrichterausstattung und eine Zeugnisbeilage für Bewerbungen.

Schiedsrichter-Coaching
Die Jugendlichen werden zu Beginn ihrer Schiedsrichtertätigkeit nicht alleine gelassen, sondern durch erfahrene Kollegen unterstützt. In mehreren Schritten werden die Jungschiedsrichter durch praxisbezogene Schulungen und individuelle Betreuung auf ihrem Weg zum offiziellen Schiedsrichter gefördert und begleitet.

Förderung des Fairplay Gedanken
Der faire Umgang mit Schiedsrichtern soll gefördert werden. Es werden diverse Aktionen zur Problemsensibilisierung durchgeführt, um die Atmosphäre in der Halle „schiedsrichterfreundlicher“ zu gestalten. Dazu zählen neben Plakaten, Flyern und gelben Karten für „Pöbler“ vor allem die persönlichen Gespräche mit engagierten Fans, Spielern und Trainern.

Lippische - Partner des Sports in Lippe
Lippische - Partner des Sports in Lippe

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