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Donnerstag, 21.01.2010

Studenten kümmern sich um Schiedsrichter

Christian Dux und Marco Klassen beginnen mit einem Pilotprojekt in Blomberg

Handballinteressierte Studenten: Christian Dux (rechts) und Marco Klassen begleiten sieben Nachwuchsschiedsrichter im Alter von 14 Jahren. Foto: Lucas
Detmold/Blomberg. "Schiedsrichter müssen besser ausgebildet werden", meint Christian Dux. Der Blomberger startete mit seinem Kommilliton Marco Klassen ein Pilotprojekt – sieben 14-Jährige sind dabei.

Im Rahmen ihres Seminars "Qualitätsmanagement in Sportvereinen" an der Uni Paderborn haben sich die beiden die Nachwuchsförderung für Handball-Schiedsrichter auf die Fahne geschrieben. "Am Ende steht für unser Studium eine schriftliche Zusammenfassung, aber es geht eher um die Praxis. Schiris bekommen gerade in unteren Spielklassen zu wenig Betreuung und sind schlecht vorbereitet", erläutert Dux. Der 23-Jährige aus Reelkirchen pfeift selber in der Ober- und Jugendregionalliga.

Mit Flyern und Briefen machten die beiden "Studis" in Blomberg (die HSG ist Partnerverein) auf ihr Projekt aufmerksam, vier Mädels und drei Jungs meldeten sich. Alle sind noch keine ausgebildeten "Schwarzkittel", leiten aber Jugendspiele. Zum Auftakt lehrten Dux und Klassen in einem fünfstündigen Workshop die Grundlagen. "Dabei ging es nicht um den Unterschied zwischen Ausschluss und roter Karte, das ist erst mal unwichtig. Ausstrahlung und Körpersprache standen im Mittelpunkt", berichtet Klassen (auch 23), der aus dem Kalletal stammt und sich "Ballsportler" nennt. Bei den nächsten Spielen werden die sieben Jugendlichen von den beiden Studenten und/oder den Blomberger Schiedrichterwarten Bennett Follmert und Hendrik Gerdt begleitet und erhalten Anregungen. "Es wäre schön, wenn sich alle im Sommer für den nächsten Schiri-Lehrgang anmelden. Doch wenn jemand merkt, dass es nicht das Richtige ist, hat es auch etwas gebracht", sagt Christian Dux, der in Schlangen spielt und in Blomberg die dritte Frauen-Mannschaft betreut.

Um einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen, bekommen die "Nachwuchsunparteiischen" eine kleine finanzielle Aufwandsentschädigung. Dux und Klassen liefen beim Handballkreis offene Türen ein, Blombergs Bürgermeister Klaus Geise übernahm die Schirmherrschaft. Neben der Ausbildung kümmern sich die beiden Wahl-Paderborner "um die Stimmung in der Halle". Klassen: "Mit Flyern und Plakaten werben wir für Schiri-Freundlichkeit." Denn, so sein Kollege, es sei nicht hilfreich, wenn immer wieder jemand reinbrülle: "Die Jugendlichen brauchen Unterstützung."

Für Dux und Klassen steht fest, dass eine Ausbildung zum Schiedsrichter jedem zugute kommt: "Die Persönlichkeitsentwicklung wird gefördert. Du lernst, mit Drucksituationen umzugehen und profitierst damit auch im wahren Leben."

Wer die beiden unterstützen oder weitere Infos erhalten möchte, schreibt eine Mail an schiedsrichter-projekt@gmx.de.

Info: Schiedsrichter im Handballkreis Lippe

176 Schiedsrichter gibt es im Handballkreis Lippe, laut Lehrwart Uwe Büker fehlen damit rund 100: "Wir fahren Sparflamme. Und diese ist schon fast nicht mehr an." Seit Jahren werden aus diesem Grund keine Partien in der 4. Kreisklasse mehr angesetzt, das Gleiche gilt inzwischen für die 3. Kreisklasse sowie bei der weiblichen C-Jugend, Kreisliga. In den Jugend-Kreisklassen leiten "regelkundige Personen" die Partien. Vereine, die das Soll nicht erfüllen, zahlen pro fehlenden Schiri 200 Euro pro Saison an den Handballkreis. "In den nächsten Jahren werden wir zudem von der Altersstruktur eingeholt. Zwischen 25 und 40 Jahren gibt es kaum Schiedsrichter", weiß Büker. Die Ausbildung findet an zwei Wochenenden vor den Sommerferien statt, Voraussetzung ist eine Mitgliedschaft in einem Handballverein. Weitere Informationen erteilt Büker, uwe.bueker.tsv@t-online.de.

Quelle: Homepage Lippische Landes-Zeitung

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Lippische - Partner des Sports in Lippe
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