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A-JUGEND FINAL4: TRAINER SIND SICH EINIG – NUANCEN WERDEN ENTSCHEIDEN

Am Wochenende findet in der Halle Nord in Buxtehude zum zweiten Mal in Folge das Final4 um die Deutsche Meisterschaft der weiblichen A-Jugend statt. Mit dabei sind neben Titelverteidiger und Gastgeber Buxtehuder SV der Serienfinalist Bayer 04 Leverkusen und der Vorjahresdritte HSG Blomberg-Lippe. Erstmals unter den besten vier Teams ist Borussia Dortmund vertreten. In den Halbfinalspielen am Sonnabend kommt es neben dem Duell des BSV gegen Dortmund zur Neuauflage aus der vergangenen Saison zwischen Bayer 04 Leverkusen und der HSG Blomberg-Lippe.

Buxtehuder SV – Borussia Dortmund (Sonnabend, 15 Uhr). Beim Blick auf die Statistik der Vorjahre spricht alles für den Gastgeber. Nicht nur dass der Buxtehuder SV in den vorherigen beiden Spielzeiten den Titel holte, sondern das Team von Heike Axmann ist zum sechsten Mal in Serie beim Final4 dabei. Borussia Dortmund nimmt hingegen erstmalig am Final4 in dieser Altersklasse teil. Der Faktor Erfahrung spricht damit eigentlich eindeutig für den BSV. Immerhin gehören mit Katharina Filter, Aimée von Pereira, Cassandra Nanfack, Franziska Fischer und Annika Fröhlich fünf Spielerinnen zum Kader, die den Titel 2017 in eigener Halle geholt hatten.

Allerdings muss sich der Final4-Neuling Dortmund nicht verstecken. Am vergangenen Wochenende gewann die B-Jugend des BVB souverän die Deutsche Meisterschaft. Aus diesem Kader werden gleich neun Spielerinnen zum Aufgebot von Trainer Tobias Fenske gehören. Fenske sieht darin dennoch einen Nachteil für sein Team: „Während Buxtehude einige Spielerinnen aus dem Jahrgang 1999 hat, überwiegen bei uns die Jahrgänge 2000 und 2001. Deswegen müssen wir uns beim Faktor Erfahrung hinten anstellen.“

Neben der Erfahrung kommt auch die Stimmung in der Halle hinzu, die prinzipiell für den Titelverteidiger sprechen sollte. „Buxtehude ist eine Handballstadt. Es wird eine fantastische Kulisse werden. Meine Spielerinnen sollen es genießen, aber nicht in Ehrfurcht erstarren.“ Vielmehr pocht er darauf, dass sein Team davon profitieren kann. „Für Buxtehude kann es ein Vorteil werden, sich von der Halle tragen zu lassen. Es kann aber auch eine Bürde sein, da sie Druck erzeugt und die Erwartung hat, dass das Team gewinnt.“

Chancenlos sieht er seine Mannschaft in dem Teilnehmerfeld deshalb nicht. „Alle Mannschaften haben sich im Laufe der Saison entwickelt und gefestigt. Wir haben auch konstant gespielt und werden zeigen, dass wir uns zu Recht für das Final4 qualifiziert haben“, bekräftigt Fenske, „außerdem ist entscheidend, wer in einem Spiel die beste Leistung auf die Platte bringt. Da können auch Außenseiter gewinnen, wie es beim DHB-Pokal mit Oldenburg der Fall war.“

Auch BSV-Trainerin Heike Axmann erwartet ein ausgeglichenes Spiel und sieht bei der Erfahrung keinen Pluspunkt für ihr Team. „Unsere Mannschaft hat sich seit dem letzten Jahr deutlich verändert. Zudem hat Dortmund jetzt auch eine Meisterschaft gespielt“, begründet sie, „der Heimvorteil ist auch nur begrenzt vorhanden, da alle Teams ihre Fans mitbringen werden.“ Vielmehr sieht Axmann bei Dortmund einen anderen Vorteil gegenüber den restlichen Mannschaften: „Sie sind mit einem breiten Kader vor allem im Rückraum gut aufgestellt. Sollten da einige Spielerinnen einen schlechten Tag haben, können sie durchwechseln. Das können die anderen Teams nicht unbedingt.“

Als Favorit bezeichnen würde sie die Borussia dennoch nicht. „Ich erwarte ein spannendes Spiel. Die Mannschaften sind sehr ausgeglichen.“ Dies gelte auch für die anderen beiden Final4-Teilnehmer. „Die Teams sind sehr ausgeglichen. Alle können Tempohandball spielen“, erwartet Axmann intensive Spiele.

Bayer 04 Leverkusen – HSG Blomberg-Lippe (Sonnabend, 17.30 Uhr). Im vergangenen Jahr scheiterte die HSG Blomberg-Lippe denkbar knapp an den „Juniorelfen“. In einer Überzahl fünf Minuten vor Schluss kassierte die HSG zwei Gegentreffer. Den 22:25-Rückstand konnten sie in der verbleibenden Zeit nicht mehr aufholen und mussten sich mit 24:27 geschlagen geben. Für HSG-Trainer André Fuhr ist dieses Ergebnis jedoch irrelevant: „Der Stachel sitzt nicht mehr tief. Die Mannschaften haben sich seitdem verändert. Es ist ein komplett neues Spiel.“

Der Respekt vor dem Gegner ist dennoch ungebrochen. „Es wird sehr schwer gegen Leverkusen. Sie haben in der 3. Liga eine stabile Rolle gespielt.“ Zwar beendeten die „Juniorelfen“ die Saison in der 3. Liga vor der HSG, die direkten Duelle entschieden jedoch die Blombergerinnen für sich. Rückschlüsse auf das Halbfinale möchte Fuhr dennoch nicht ziehen. „Ein Halbfinale beim Final Four ist eine spezielle Situation, da wird die Tagesform entscheiden.“

Auf der anderen Seite hofft Kerstin Reckenthäler auf die sechste Finalteilnahme in Folge. Nach zunächst drei Meisterschaften unterlagen die „Juniorelfen“ zuletzt zweimal dem Buxtehuder SV. Von einem möglichen dritten Finalduell gegen den BSV möchte Reckenthäler noch nichts wissen. „Es ist irgendwie das ewige Duell der letzten Jahre“, erinnert sie auch an die Endspiele 2013 und 2015. In den drei Aufeinandertreffen behielt ihr Team jeweils die Oberhand. „Blomberg möchte sicherlich etwas gut machen“, meint Reckenthäler, „sie sind sehr breit aufgestellt.“ Für ihre Mannschaft sei nach dem Umbruch im vergangenen Sommer der erneute Einzug ins Final4 schon ein Erfolg. „Viele haben damit nicht gerechnet, aber die Mannschaft hat sich gut entwickelt.“

Wer sich in diesem Spiel und am gesamten Wochenende durchsetzen wird, entscheidet laut Reckenthäler aber nicht zwangsläufig die handballerische Qualität. „Alle Mannschaften sind sehr knapp beieinander. Wichtig ist, wer kann die Nervosität ablegen und einen kühlen Kopf bewahren“, erläutert sie.

Die Finalspiele finden am Sonntag, 3. Juni in der Halle Nord in Buxtehude statt. Ab 13.30 Uhr treffen im Spiel um Platz 3 die beiden Verlierer der Halbfinals aufeinander. Um 16 Uhr ermitteln die Sieger aus dem Halbfinale im Finale den Deutschen Meister. Im Anschluss findet die Siegerehrung des neuen Deutschen Meisters statt.

Tickets: Bisher sind 850 Tickets für das Wochenende verkauft worden. An der Tageskasse in der Halle Nord gibt es sowohl Tages- (11 Euro Vollzahler, 7 Euro ermäßigt) als auch Wochenendtickets (20 Euro Vollzahler, 12 Euro ermäßigt) zu kaufen. Es gibt auch Stehplätze für die identischen Preise.

Livestream: Alle Spiele des A-Jugend Final Four 2018 werden als Internet-Livestream unter www.dhb.de/live übertragen.

Infos: Alle weiteren Informationen zum Final4 gibt es unter www.bsv-live.de/final4.html.

Ein Bericht vom Buxtehuder SV (von deren Homepage www.bsv-live.de entnommen)