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“Der Sprung für einen Aufsteiger ist groß”

Handball: Zur Premieren-Saison der Bezirksliga Lippe vertreten die Vereine unterschiedliche Meinungen. Eine Zweiklassengesellschaft sei auffällig. Die kurzen Fahrtstrecken bewerten viele Verantwortliche positiv

Kreis Lippe. Der Handballkreis Lippe hat seine Premiere hinter sich gebracht. Nach der Strukturreform waren die klassische, überkreisliche Bezirksliga zusammen mit der Kreisliga zur Bezirksliga Lippe verschmolzen. Wie ist es gelaufen? Hat sich das Neue schon bewährt? Die LZ-Sportredaktion hörte sich unter den Vereinen und beim Handballkreis um.

Jens Freier, HB Bad Salzuflen: “Eine ausgeglichene Liga, in der jeder jeden schlagen konnte. Einzig für den TV Großenmarpe-Erdbruch war die Liga eine Nummer zu groß.”

Uwe Sauerländer, TSV Hillentrup: “Die kurzen Fahrtstrecken sind super. Bis auf die ersten drei, vier Teams war es eine ausgeglichene Liga, auch wenn natürlich der Vergleich zu anderen Bezirksligen beziehungsweise Teams aus anderen Regionen fehlt. Nächste Saison erwarten wir eine ähnliche Tabellenstruktur.”

Rolf Volk, SG Detmold: “Die lippische Liga ist schon sehr interessant und macht eine Menge Spaß, zudem ist sie auch eine sportliche Herausforderung.”

Christiane Rauchschwalbe, TSV Oerlinghausen: “Die Fahrerei ist bedeutend angenehmer geworden. Das Niveau im Gegensatz zur vergangenen Bezirksliga-Saison ist allerdings schwächer geworden.”

Nils Klöpping, VfL Schlangen: “Die letzte Bezirksliga war konstant eine Stärke. Diese lippische Bezirksliga ist eine Zweiklassengesellschaft. Vorteil sind natürlich die vielen Derbys, aber nachteilig ist auch das durchwachsene Niveau, dem man sich schnell anpasst.”

Frank Seniuch, TuS Leopoldshöhe: “Fazit: Diese Liga ist eine bessere Kreisliga. Im Vergleich zu anderen Bezirksligen ist unsere die schwächere.”

Andreas Pachel, TV Großenmarpe-Erdbruch: “Die schwächste Bezirksliga, die ich selbst je gesehen habe. Bürokratie frisst eben den Handball auf. Diese Liga tut dem lippischen Handball nicht gut. Der Sprung für einen Aufsteiger ist enorm groß und ohne viele Verstärkungen wird es schwer.”

Jörg Pollmann, TuS Müssen-Billinghausen: “Man muss das Ganze von zwei Seiten betrachten. Jeder kann in dieser Liga jeden schlagen. Aber da das Niveau insgesamt schlechter geworden ist, wird es für einen Aufsteiger schwer, sich in der höheren Liga zu behaupten.”

Andreas Köckeritz, TG Lage: “Es war eine Zweiklassengesellschaft. Die ersten fünf Teams begegneten sich auf Augenhöhe und spiegelten die Qualität wider, während die anderen Teams vom spielerischen Niveau deutlich abfielen.”


Jan Leidt, HSG Blomberg-Lippe: “Eine bessere Kreisliga, eine schlechtere Bezirksliga. Für jeden Bezirksliga-Aufsteiger könnte sich der Sprung in die Landesliga – ohne adäquate Neuzugänge – schnell zu einem Bumerang-Effekt entwickeln.”

Jürgen Beutel, Vizepräsident Spieltechnik im Handballkreis Lippe: “Alles in allem ist die Premiere gut verlaufen. Aber: Die ersten sechs, sieben Mannschaften der Tabelle waren eine Klasse für sich, genauso wie die unteren Mannschaften. Die Leistungsunterschiede waren gravierend. Ich ziehe den Hut davor, dass der TV Großenmarpe-Erdbruch die Saison durchgezogen hat. Spieltechnisch hatte ich so gut wie keine Probleme. Das ist sehr gut verlaufen, das gilt auch für den elektronischen Spielbericht. Die Vereine haben sich sehr große Mühe gegeben.”

Von Nils Huneke und Oliver König
Quelle: Lippische Landes-Zeitung