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27:31 – Um jeden Milimeter Boden gekämpft

Erleichtert fielen sich die Spielerinnen des Thüringer HC nach der Schlusssirene beim 27:31 (16:19) aus Sicht der HSG Blomberg-Lippe in die Arme. Diese Geste zeigt, wie schwer die Blombergerinnen dem deutschen Meister das Leben in eigener Halle machten. Bis zur 55. Spielminute (26:28) hielten die Spielerinnen von Trainer André Fuhr das Spiel offen, weil sie genau das machten, was es gegen die körperlich starken Thüringerinnen brauchte: Sie gingen dorthin, wo es wehtat. Als Kathrin Pichlmeier zwischenzeitlich nach dem vierten Schlag ins Gesicht nach kurzer Behandlung wieder aufstand, erhielt sie Szenenapplaus – diese Szene ist bezeichnend für das einwandfreie Engagement, das die HSG an den Tag legte und so immer wieder Zeitstrafen für den THC provozierte.
Die Gäste reagierten darauf, wie man es von einem Spitzenteam erwartete: Immer wieder erspielten sie sich auch in Unterzahl durch Hereinnahme einer zusätzlichen Feldspielerin ihre Tore. Folglich steuerte das Spiel auf eine offene Schlussphase zu, in der die Gäste das bessere Ende für sich hatten: Mitentscheidend für THC-Coach Herbert Müller war „das Aufwachen von Beate Scheffknecht in der Schlussphase“ entscheidend. Die Rückraumspielerin erzielte in dieser Phase in teilweise doppelte Unterzahl vier Treffer in Folge und ihr Team führte mit zwei Toren (27:25, 53‘). Zwar traf Alicia Stolle im Gegenzug nochmal zum Anschluss, doch der anschließende Treffer von Maike Schmelzer verbunden mit einer zumindest streitbaren Zeitstrafe für Gisa Klaunig war zu viel für Fuhrs Mannschaft. Der war nach der Partie trotzdem zufrieden mit seiner Mannschaft: „Wir haben mal dran geschnuppert, etwas mitzunehmen. Aber dafür müssen wir schon sehr viel richtig machen. Am Ende sprach die Qualität für Thüringen, von daher ist alles in Ordnung.“ In der tat braucht sich im Blomberger Lager niemand für diese Leistung zu grämen, der beste Beleg dafür war Müllers Einschätzung nach der Partie: „Wir wussten, dass es hier ein Kampf um jeden Ball und jeden Milimeter Boden wird und sind froh, die zwei Punkte zu haben.“ Gegen einen etwas schwächeren Gegner hätte diese Leistung jedenfalls zu Zählbarem gereicht.

HSG: Monz, Veith – Rüffieux, Klaunig (3), Pichlmeier (5/1), Gera (3), Großheim (3), Petersen (1), Mitrovi (2), Stolle (6), Huber (1), Rodrigues, Cardoso, Brøns Petersen (3/1).