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27:24 – das Abstiegsgespenst spukt vorerst woanders

So ungestört wie bei ihrem Treffer zum 27:24 (17:15)-Endstand für die HSG Blomberg-Lippe gegen Frisch Auf Göppingen ist Gisa Klaunig in ihrer Laufbahn wohl selten zum Wurf gekommen. Aber was blieb den Gästen bei zwei Toren Rückstand und noch vierzig Sekunden Spielzeit auf der Uhr anderes übrig, als freie Bahn zu gewähren und auf einen Fehlwurf zu hoffen? Spätestens, nachdem Klaunig das freie Geleit dankend angenommen und getroffen hatte, war klar, dass ihr Team einen verdienten Heimsieg einfahren würde.

Vor der Entscheidung hatten die Zuschauer an der Ulmenallee allerdings einige spannende Minuten zu durchstehen: Die Gastgeberinnen lagen zwar die gesamte zweite Halbzeit in Führung, verpassten es jedoch, sich frühzeitig abzusetzen. Und so verkürzte die ansonsten von Laura Rüffieux glänzend aus dem Spiel genommene Michaela Hrbkova (Führende der HBF-Torschützenliste) zweieinhalb Minuten vor Schluss auf 24:25. Auf der anderen Seite bewies Kathrin Pichlmeier aus sieben Metern Nerven aus Stahl und ließ Kristy Zimmermann im Göppinger Kasten wie bei ihren drei vorherigen Versuchen beim Strafwurf keine Chance.

Frisch Auf hingegen netzte nur die Hälfte seiner sechs Siebenmeter-Versuche , insbesondere der Lattentreffer von Petrinja vom Strich und Klaunigs anschließendes Tor zum Endstand bedeuteten den Knock-Out für eine Mannschaft, die im vorherigen Spielverlauf aufgrund ihrer körperlichen Vorteile dran geblieben war. Dass dem so sein würde, war kein großes Geheimnis. Die Gäste reisten mit zwei starken Halbspielerinnen (Prudence Kinlend und Hrbkova) im Verbund mit einer guten Kreisläuferin (Petra Adamkova) an, waren ansonsten jedoch eher dünn besetzt. HSG-Coach André Fuhr zog die richtigen Schlüsse und ließ Kinlend im Laufe der Partie in Manndeckung nehmen, Hrbkova war bekanntlich bei Rüffieux gut aufgehoben. Folglich war die HSG das bessere Team, verpasste es aber, diese Überlegenheit auf die Anzeigetafel zu transferieren. „Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt, aber einiges vergeben. Sonst hätten wir schon zur Pause höher führen können“, sagte Fuhr nach der Partie. Das lag auch an der starken Kristy Zimmermann im FAG-Kasten.

Trotzdem führten die Blombergerinnen zur Pause verdient mit 17:15. Der zweite Durchgang war dann zerfahrener, beide Abwehrreihen zwangen ihre Gegenüber durch eine offene Deckung zu Einzelaktionen. Am Ende hatte Fuhrs Team mit einfachen Toren durch sein Tempospiel einen Trumpf mehr in der Hand und „schickte das Abstiegsgespenst erst einmal woanders hin“, wie Fuhr es treffend formulierte. Denn mit dem Sieg sprang sein Team zumindest für eine Nacht auf einen einstelligen Tabellenplatz, während sich Bayer Leverkusen und die Neckarsulmer Sportunion im morgigen Duell gegenseitig die Punkte wegnehmen.

HSG: Monz, Veith – Rüffieux (3), Klaunig (7), Müller (3), Pichlmeier (4/4), Gera, Großheim (1), Petersen, Mitrović (2), Stolle (5), Huber, Cardoso (1), Brøns Petersen (1).